Tag 137-150: Giardini-Naxos & Taormina

B: Am Morgen treffen wir uns noch mal kurz mit Larissa und Georg, bevor sie dann mit der Fähre aufs Festland übersetzen und wir weiterziehen. Sie geben uns noch ihre Sizilienkarte und andere Infos, die wir gut brauchen können. Wir verabschieden uns und ziehen weiter, fahren die gut 50 km bis wir den Stellplatz in Giardini-Naxos finden, den Martin rausgesucht hatte. Hier in der Ecke gibt es etliche Stellplätze, wie wir jetzt sehen, aber ein paar davon sind einfach nur asphaltierte Plätze, nicht so schön. Unserer ist echt ganz hübsch angelegt, sehr sauber, ja doch – macht einen guten Eindruck. Wir machen gleich einen Ausflug nach Taormina, natürlich mit Holda, denn dieser außergewöhnliche Ort hat ja viel zu enge Gassen für den Klaus. Weit dürften wir gar nicht fahren, da schon bald diese italienischen Schilder an der Straße stehen, die sagen: ‚Zufahrt nur für Autorisierte‘. Autorisiert sind wir nicht, haben ja aber nur eine gaaaanz kleine Holda, also fahren wir hoch und stellen die Holda zu all ihren italienischen Kolleginnen 🙂 Taormina ist natürlich ein Schmuckstück! Aus Stein gebaut, mit allen Zutaten für ein gelungenes Örtchen: enge Gassen, schöne Häuser und Kirchen, es ist sauber und es lebt. Darüber hinaus hat es einen atemberaubenden Blick auf das Meer zu bieten.

M: ZTL (Zona a Traffico Limitao) – das ist ein echtes italienisches Phänomen! Eigentlich ’ne ganz tolle Sache, aber aufpassen musst du da wie ’n Luchs;) Die drei Buchstaben stehen für das System der innerörtlichen Fahrverbotszonen in italienischen Städten, meist für das „Centro Storico“, die historische Altstadt. Also genau für das Gebiet, wo wir meist hinwollen. Mit Klaus geht da i.d.R. nix, mit Holda heißt es aufgepasst: Nur wenn unter dem Verbotszeichen ein „eccetto“ und in dem Wust der Zeiten und Symbole ein stilisiertes Motorrad zu finden ist, darf Holda durch. Sonst kann’s richtig teuer werden ….     

Giardini Naxos:            

Taormina:                     

Tag 136: Reise nach Sizilien

B: Nach dem Aufwachen wundern wir uns noch mal, wie es sein kann, dass dieses Wohngebiet mit klasse Strand so voller Müll ist und machen uns dann nach dem Frühstück auf den Weg nach Villa San Giovanni, um die nächste Fähre nach Messina zu bekommen. Etwas nördlich davon sind wir am Nachmittag mit Larissa und Georg verabredet. Das mit der Fähre gestaltet sich etwas zäh, es ist stürmisch und ordentlicher Seegang, da müssen wir etwas länger warten, bis die nächste Fähre kommt, um uns überzusetzen. Dann endlich schaukeln wir über das Meer, der Klaus bleibt unten bei den LKW’s stehen, wir schwanken derweil auf dem Passagierdeck herum, um möglichst viel zu sehen. Wow, was für ein Seegang. Messina ist mit fast 250.000 Einwohnern schon eine große Stadt. Aber wir sind relativ schnell wieder ein Stück außerhalb und finden den Treffpunkt mit den beiden, die wir das letzte Mal vor über 4 Monaten gesehen haben. Schön ist es uns wiederzusehen. Wir quatschen erst eine Weile im Klaus, um dann später zusammen eine Pizza essen zu gehen. Klasse zu hören, was die beiden jetzt so vor haben und uns jetzt, wo wir ja auch schon ein bisschen Reiseerfahrung haben, auszutauschen.

M: An dem zum Festland gewandten Teil der Nordspitze Siziliens, Torre Faro (an der Meerenge von Messina), haben Larissa und Georg bei unserer Ankunft bereits Posten bezogen – aber etwas zurückversetzt vom angedachten Stellplatz direkt an der Meerenge, weil es den beiden dort zu stürmisch ist. Wir wechseln mit dem Klaus allerdings später an den Strand, unmittelbar unterhalb des denkmalgeschützten alten und sehr hohen Strommastes Pilone di Torre Faro, der -gemeinsam mit seinem Pendant auf Festlandseite- früher die Stromversorgung Siziliens mit dem Festlandsnetz verbunden hat. Lange Zeit waren diese beiden Masten die höchsten Freileitungsmasten der Welt.

Die Pizza schmeckt prima, die beiden Flaschen Wein bekommen wir  gemeinsam auch gut geleert und Larissas Gegenwart ist sehr praktisch – sie spricht halt fließend italienisch:). Mit den beiden haben wir eine gute Zeit und sind danach viel schlauer;) In der Nacht werden wir im Klaus wieder heftig umhergeschüttelt, aber das wollten wir ja nicht anders;)    

Tag 130-135: Gallipoli

B: Martin hat kurz vor Gallipoli einen Campingplatz ausfindig gemacht, der auch im Winter geöffnet ist, mit Namen La Masseria. Den brauchen wir jetzt, denn wir müssen dringend waschen und alles ver- und entsorgen. Es ist ein großer Platz, der trotz der ruhigen Jahreszeit gut organisiert ist, sind wir es doch von manchen Plätzen im Winter gewohnt, dass man oft niemanden antrifft, wenn man mal Waschmaschinencoins oder ähnliches braucht. Hier ist immer jemand da, sogar das kleine Café ist in Betrieb und wir bekommen täglich frisches Brot, wenn wir vorbestellen. Ein paar andere Camper sind auch da, manche haben sich wohl für längere Zeit hier eingerichtet.

Wie schon manchmal, bleiben wir auch hier ein bisschen länger als zunächst geplant, genaugenommen 5 Tage, in denen wir auch diesen Ort Gallipoli erkunden, der mich an Lindau erinnert, da er auch auf eine Insel gebaut ist, die mit dem Festland per Straße verbunden ist. Nur liegt diese Insel im Meer :). Ein schönes italienisches Städtchen ist Gallipoli mit engen, verwinkelten Gassen und immer, wenn wir ein Stück gelaufen sind, landen wir wieder am Meer.

An einem Tag sucht Martin eine sehr schöne, kleine Wanderung raus, genaugenommen im ‚Parco Naturale Regionale di Porto Selvaggio e Palude del Capitano‚. Naja, so groß ist der Park dann auch wieder nicht. Dort fahren wir mit der Holda hin, Meer und Wald erwarten uns, was eine sehr reizvolle Mischung ist.  

Am Sonntag Abend gehen wir in die Einkaufsstadt Gallipoli, genannt „Borgo“ (Dorf), das ist hier der modernere Stadtteil, der der Insel vorgelagert ist. Eigentlich wollten wir gern am italienischen Winterschlussverkauf, kurz Saldi, aktiv teilnehmen. Da wir beide aber so ungern Klamotten anprobieren, bleibt es bei ein paar halbherzigen Versuchen, dafür sind wir schwer beeindruckt davon, wie voll die Straßen und Plätze sind, es herrscht fast Volksfeststimmung.

Am 29. geht es weiter Richtung Sizilien. Wir haben uns noch mal mit Larissa und Georg verabredet, die dann gerade von Sizilien abreisen wollen. Wir fahren den ganzen Tag bis ca. 50 km vor dem Fährhafen Villa San Giovanni und übernachten an einem sehr schönen, aber leider heftig vermüllten Strand.

M: Nach unserer langen Pause bei Nafplio (Griechenland) ist der Campingplatz La Masseria bei Gallipoli für uns der erste seiner Art seit einiger Zeit. Nach Nafplio haben wir nur „wild“ Station gemacht, bzw. lediglich einmal einen reinen Stellplatz genutzt. Es ging uns gut dabei, aber jetzt wird es mal wieder Zeit für externen Komfort. La Masseria ist ein großer Platz, einer von der Sorte, wie sie z.B. auch in Kroatien üblich sind (mit Spaßbad, Ferienhäusern usw.). Jetzt, im Winter, ist aber alles friedlich und fast leer. Bemerkbar ist, dass man hier inzwischen wohl auch um „Überwinterer“ buhlt – es gibt attraktive Angebote ab 14 Tagen Aufenthalt (€ 10,-/Tg. komplett – und mit Privatbad). Nicht schlecht und eine Alternative, wenn man so hört, dass es im Winter in Südspanien inzwischen häufig voll sein soll auf den Plätzen. Naja, wenn wir mal Rentner sind ….      

Die kleine Wanderung im ‚Parco Naturale Regionale di Porto Selvaggio e Palude del Capitano‚ ist für mich purer Seelenbalsam. Herrlich: Wälder!, die ich sehr gerne auf Hügeln und durch Täler wandernd genieße. Hier merke ich: Das fehlte mir über Wochen und Monate. So sehr ich auch die kargen Felsen und harten Böden in Griechenland interessant fand, ist es anscheinend doch eine Wohltat, endlich einmal wieder eine nennenswerte Ansammlung „echter“ Bäume um mich herum zu erleben.

Im kleinen Naturpark befindet sich in einer Klippe am Meer auch der Fundort der ältesten Überreste des modernen Menschen, Homo Sapiens: Die „Höhle des Pferdes“ – Grotta del Cavallo. Optisch macht die Höhle nix her, aber das Alter der Funde – 2 Milchzähne:) – beeindruckt: ca 45.000 Jahre!    

Danach haben wir uns bei Wikipedia mal wieder schlau gemacht, diesmal: Was eigentlich den Unterschied zwischen einer Höhle und einer Grotte ausmacht. Auch interessant;) – guckst du hier: Wikipedia/Grotte.

Gallipoli:

Parco Porto Selvaggio:

 

Übernachtung am Strand – auf dem Weg nach Sizilien:

 

Tag 129: Lecce

B: Nach dem Frühstück fahren wir in die Innenstadt von Lecce. Martin findet sehr zentral neben einem hübschen, kleinen Park einen Parkplatz auf dem wir eine Weile stehen bleiben können. Von hier aus machen wir einen ersten Spaziergang durch diese Stadt, die nur so strotzt vor barocken Bauten, Kirchen und Palazzi. Lecce wird auch die Hauptstadt des italienischen Barocks oder das Florenz des Rokoko genannt. Es regnet allerdings die meiste Zeit, einmal so stark, dass wir unter einem Vordach Schutz suchen. Dann geht’s aber weiter, das Wetter wird besser und es macht wirklich Spaß von einem Highlight zum nächsten zu laufen. Nur die derzeitige ‚Dauerausstellung‘ im römischen Amphitheater finden wir etwas seltsam. Da ist eine frühzeitliche Landschaft mit Steinhäuschen samt einer darin integrierten Weihnachtskrippe aufgebaut. Gut gemeint wirkt es irgendwie deplatziert.

Am Abend besuchen wir die Stadt noch mal und gehen in einem sehr netten Lokal was essen. Das war ein schöner Tag, Lecce ist wirklich sehenswert. Danach fahren wir weiter Richtung Gallipoli. Wir übernachten an einem Steinstrand, nicht weit von der Stadt entfernt, auf dem Campen verboten ist, aber wir wissen grad auch nicht wo wir sonst bleiben sollen. Offensichtlich stört es auch niemanden 🙂

M: Der Regen verfolgt uns seit unseren letzten Tagen in Griechenland – wir haben ihn anscheinend mitgeschleppt, mitsamt seinem Begleiter, dem tristen Grau.

M: Nachdem wir am Abend, nach Lecce,  auf unserem Weg Richtung anderer Stiefelabsatzseite erst einmal unnütze Zeit und Strecke damit verbracht haben, einem Wegweiser zu einem Camperstellplatz in der Nähe von Nardo zu folgen -der Platz stellte sich nach ewig langer Anfahrt als geschlossen heraus- sind wir weitergefahren und haben -wie Bettina es schon beschrieben hat- wieder einmal ’nen prima Stellplatz direkt am Meer gefunden, unterhalb von Santa Maria al Bagno

„Meeresstellplätze“ sind toll: Direkte Natur – mehr geht kaum, es rauscht -meist sehr angenehm und einlullend- und es weht – oft recht heftig;) Ohne es genau nachzuzählen, sind wir bislang wohl zu 80% unserer Übernachtungen direkt am Meer (oder zumindest am Wasser) gewesen – was für ein enormer Luxus und was für eine tolle Übernachtungsqualität! Unvermeidbares kleines Wortspiel: Bitte Meer davon:) (Ok: € 5,- in die Blöde-Wortwitz-Kasse).