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Tag 110: Mykene, Tiryns, Argos

M: Mykene – ein weiterer bedeutungsvoller Ort. Und zwar sowohl für die griechische Mythologie als auch für die ganz handfeste, „ordinäre“ historische Geschichte. UNESCO-Welterbe ohnehin, klare Sache;)

Ein sonnenklarer, aber eiskalter Morgen, deshalb bleibt Holda heute zuhause und Klaus muss ran. Nach Mykene sind es doch einige km, genug für eine Entscheidung zur Bequemlichkeit und gegen Frierhutzelei …

Mykene liegt in der Argolis am Ende des langen Tals, das am Argolischen Golf beginnt ( = Ebene von Argos ) und wurde auf einem kleinen, eher unspektakulären Hügel -aber mit weitem Blick von dort- errichtet. Es gilt als Ursprungsstätte der mykenischen Kultur und war eine der bedeutendsten Städte der griechischen Antike. Los ging’s mit der Bebauung um ca. 2.000 v.Chr.

Hier gibt’s richtig viel zu sehen: Kuppelgräber (u.a. das „Schatzhaus des Atreus„), die mykenische Oberstadt, das Löwentor, die zyklopische Ringmauer, zwei Grabzirkel  / Schachtgräber usw… – und das alles nicht nur als mehr oder weniger platte Fragmente, sondern richtig erhaben, in 3D!

Und was für Steine: Groß! Vor gut 4.000 Jahren hatten’s die Menschen eher noch mit den handfesten Wackern, jeder einzelne Stein gleich mehrere Tonne schwer.  Riesen-Lego.

Heinrich Schliemann war auch hier schwer aktiv und hat den ganzen Ausgrabungsruhm für sich eingestrichen, obwohl auch andere wesentlichen Anteil an den Ausgrabungen hatten/haben.

Ein kleines Museum gibt es auch, dort sind spannende Sachen zu sehen, u.a. zwar die unvermeidlichen Tonkrüge usw., aber auch interessanter Schmuck und „gar possierliche“ Figuren:)

Die griechische Mythologie ist hier omnipräsent. Es gaben sich die Klinke in die Hand:

(das alles sagt Wikipedia)

Wenn man mal Atreus (zeitweise König von Mykene) herauspickt und nur ein Detail seins Wirkens betrachtet, dann reicht das schon, um sich vorzustellen, dass es in der gr. Mythologie richtig rund ging:

„Als Atreus vom Ehebruch seiner Gattin erfuhr, vertrieb er aus Eifersucht seinen Bruder Thyestes. Später scheinbar wieder versöhnt, bewirkte er die Heimkehr seines Bruders und lud ihn zu einem Gastmahl ein. Nach einer Sage ließ er Thyestes Söhne töten, um sie ihm zum Mahl vorzusetzen.“

Alles klar, das reicht.

Kaum angekommen, wird es uns richtig warm, die Sonne arbeitet heute dann doch mit aller Kraft. Rundum strahlen uns die Berge mit ihrem weißen Schneeekleid an, am Ende der Ebene grüßt der Argolische Golf. Mykene ist mehr als sehenswert, der Tag ist wunderschön.

Am Ende übertreiben wir es dann, indem wir uns noch Argos (älteste ununterbrochen besiedelte Stadt Europas)  sowie die mykenische Burg Tiryns (gilt gemeinsam mit Mykene als eine UNESCO-Welterbestätte) vornehmen.

Die ehemals bedeutende Stadt Argos erscheint uns eher „schwierig“, die Burg Larissa ist für heute zu weit oben auf dem Berg und das Amphitheater ist kaum zu finden (Einheimische bringt die Frage nach dem Weg ins Schleudern) und eh schon wieder geschlossen. Der Blick durch den Zaun reicht aber vollkommen aus.

So ist es dann auch mit Tiryns, das ohnehin auf dem Heimweg liegt. Selbstverständlich  ebenfalls bereits geschlossen, aber die erhaltenen Außenmauern der antiken Anlage (Zyklopenmauern) können wir uns auch von draußen anschauen. Häkchen dran, ha’m wir damit auch gemacht;)

Am Ende des Tages sind wir geschafft, am nächsten Tag bin ich erst mal wieder komplett hinüber ….

Tag 107: Silvester

 

B: Sehr schön: Anneke hat bei den anderen, mit denen wir schon die Wintersonnenwende gefeiert haben, angefragt, ob wir Silvester zusammen feiern wollen. Aufgrund der Kälte (genau die!) entscheiden wir uns nicht auf unserem CP zu feiern, sondern in einer der wenigen geöffneten Tavernen in Drepano. Zu acht (ein bisschen ist unsere Gruppe geschrumpft) ziehen wir dann um 20 Uhr los zu der Taverne am Sportplatz. Wir sind die ersten Gäste dort, die griechischen Gäste kommen deutlich später. So bekommen wir einen Tisch direkt am offenen Kamin, der den Raum herrlich erwärmt. Die bestellten Gerichte werden über den Tisch verteilt und mit unserem Geschwatze, dem Essen und Trinken verfliegt die Zeit.  Feuerwerk scheint hier nicht die Rolle zu spielen wie in Deutschland, niemand geht raus und zündelt. Dafür singt ein Mann mit Gitarre herzzerreißende Lieder. So haben wir einen wirklich schönen Jahresbeginn gehabt und laufen so gegen 2 Uhr wieder gemeinsam zurück zu unserem Platz.  

Tag 98: Wintersonnenwende

B: Die längste Nacht des Jahres! Ich finde, das ist ein guter Grund ein Feuer am Strand zu machen. Einen Tag vorher klopfe ich an die Türen der anderen Camper am Platz und lade ein dabei zu sein. Die Nächte sind jetzt schon sehr kalt (ich will jetzt niemanden aus Deutschland lachen hören, die Nächte SIND kalt!), aber das Feuer soll ja wärmen. Wir haben vorher Holz gesammelt, Martin hat es später an den Strand getragen. Erik bringt mit dem Fahrrad auch noch Holz, was soll da noch schiefgehen? Alle, die wir eingeladen haben, sind auch gekommen! Um 18 Uhr zünde ich den Holzstapel an, aber das Feuer will nicht so richtig in Gang kommen, das Holz ist doch zu feucht. Elfi und Martin retten das Ganze mit trockenen Palmenrindenstücken. Die brennen ganz prima und so wird dann nach einer Weile doch noch was aus dem Feuer. Wir feiern den Abend mit Gesprächen, Gelächter, Wein und Glögg.

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