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Tag 23: Splügen – hinein ins Abenteuer

B+M: Nachdem wir heute in der Viamalaschlucht bereits reichlich Ah’s und Oh’s produziert haben, geht’s weiter in die Berge hinein. Nächster Halt: Splügen. Im alten Graubündner Bergdorf an historisch wichtiger Schnittstelle scheint die Zeit vor ca. 50-100 Jahren stehen geblieben zu sein. Obwohl wir den Ort bei grauen Nieselregen anschauen, sind wir beide ganz und gar angetan. Hier wollen wir irgendwann später einmal als mehrtägige Tour über die Alpen die Via Spluga erwandern – wer kommt mit?

Danach müssen wir uns entscheiden, ob wir den bequemen Weg über den San Bernardino Tunnel wählen (fad wie Autobahn) oder das Abenteuer: Über den kehrenreichen Splügenpass – Passo della Spluega, 2113m. Die Wahl fällt -na klar- auf das Abenteuer. Das wird es dann auch, allerdings mehr für einen Reisebus, der uns von oben entgegenkommt, als für uns. Wir dürfen vom Klaus aus still und geduldig in einer kleinen Nische am Straßenrand Zuschauer sein – bei dem spektakulären Ringen des Fahrers mit jeder einzelnen der 15 engen Kehren der Kehrengruppe direkt vor der Passhöhe. Und wenn nicht vom Tal kommend frohgemut ein routinierter Fahrer eines Linienbusses von Splügen nach Chiavenna (was für ein Traumjob!) gesten- und wortreich zu Hilfe geeilt wäre, dann würden wir wohl jetzt noch dort warten. Den verpeilten Reisebusfahrer hat es dann die ein und andere Seitenbeplankung seines Busses gekostet, aber er ist wenigstens wieder im Tal angekommen- Mensch und Maschine leicht lädiert:)

Nach diesem Intermezzo geht’s weiter – wie Mondlandschaften tun sich die Hänge vor uns auf, beiderseits des Passes, dessen Plateau im dichten Nebel liegt. Bald nach der Passhöhe taucht  bei 1900m Höhe aus dem Nebel der Ort Montespluga auf. Irgendwie unwirklich: Leben auf dem Mond! 

Wir wundern uns, merken aber bei der weiteren Fahrt, dass es (anscheinend inzwischen wieder) Menschen in diese karge Höhe und Einsamkeit zieht. Überall werden neue Häuser gebaut – vielleicht sollten wir genau jetzt investieren …  

Auf einer spektakulären Talfahrt geht es nun 30km abwärts, wobei die Südrampe der Passstraße 1800 Höhenmeter vernichtet und uns schlussendlich im italienischen Val San Giacomo ankommen lässt. Hier, in der Lombardei, ist unser Tagesziel der Ort Chiavenna. Kaum vorstellbar, aber wahr: Manche von uns verschlafen die wilde und schöne Abfahrt …

Der Ort Splügen (und weiter unten der Splügenpass):

 

Splügenpass:

 

 

Tag 17: nochmal heimwärts

B: Wir fahren nach Hause. Bei Sonnenschein ziehen schönste Landschaften an uns vorbei. Diesmal ist bei der Überquerung der Alpen der Bernardino der Pass unserer Wahl, auch wenn ich schon wieder einschlafe, ich liebe diese Strecke!

Sehr ärgerlich ist, dass uns die Campingplatzbesitzerin die Rechnung falsch gestellt hat. Sie hat uns Dinge berechnet, die wir so nicht beansprucht hatten. Ich ärgere mich mit ihr herum, kann aber am Ende wenig tun, außer ihr schlechte Bewertungen im Internet zu geben, was ich später auch mache. Zu einer Jahreszeit, in der andere großzügig Prozente geben, macht sie genau das Gegenteil. Ob ihr das auf lange Sicht gut tut?

 

 M: Nun ist unsere (so nicht gewünschte!) Start-Einschränkung der ein-Jahr-Europa-Vision leider Realität geworden – wir müssen erstmal zurück:(
Aber das hat auch gesunde Seiten: Zum Glück sind wir noch nicht sooo weit von zuhause weg – in nur einem Tag geht’s zurück, diesmal mit viel Autobahn (wobei die in der Schweiz auch gerne einspurig und mit 80km/h versehen ist…) und über den „Flanier“-Pass und -Tunnel San Bernardino, der die Ostschweiz und das Tessin verbindet.
Außerdem lässt sich bei dieser unfreiwilligen Reiseunterbrechung zuhause noch so einiges am Klaus nachbessern, nach- und aufrüsten….. Schlauchboot und Angelzeug muss auch noch mit …

Worüber wir uns aber bei der Rückfahrt Gedanken machen: Wie sag ich’s meinem Nachbarn? Tarnkappe wäre gut, sonst sind wir aller Lästereien sicher;)