Schlagwort-Archive: Rom

Tag 173: Von Rom in die Toskana

B: Ade Rom! Unser nächstes Highlight heißt Siena. Schon oft auf Fotos bestaunt, freue ich mich, es jetzt kennenzulernen. Und ich freue mich überhaupt in die Toskana zu kommen. Gutes Wetter haben wir auf der Fahrt dorthin und finden den kostenlosen Park-Stellplatz, den Martin rausgesucht hat,  auch gleich. Nach den 2,5 Stunden Autofahrt wollen wir aber nichts mehr groß aus dem Tag machen und richten uns nur noch gemütlich ein.

M: Auf die Toskana war ich auch sehr gespannt. Da das Wetter nun ständig besser wird, drängt es uns auch nicht mehr, schnellstens nach Spanien zu kommen und so wir gönnen uns eben die Toskana und vielleicht noch mehr. Allein die Fahrt durch die schöne Landschaft ist schon eine Pracht und lässt ganz schnell mal wieder das „hier-will-ich-bleiben“-Gefühl aufkommen.

Siena bietet etliche Camper-Stellplätze auf, aber alle sind sauteuer (zumindest für das Gebotene) und dann darf es für uns auch der kostenlose Platz an einem Sportzentrum sein. Näher an das Centro heran würden wir auch bei den anderen, offiziellen Plätzen nicht kommen.

Am zweiten Abend rüpeln rund um unseren Klaus ein paar besoffene Fußballfans, die gerade mit dem Bus von einem (wohl recht erfolglosen) Auswärtsspiel zurück kutschiert wurden. Aber außer einer Bierflasche, die lautstark unter dem Klaus zerschellt, passiert nix. Wie gut, dass dann alle Autos der Herren offenbar in der Lage waren, den Heimweg selbstständig zu finden, ihre Fahrer waren es sicher nicht;)          

  

Tag 172: Rom – der Petersdom

B: Da der Petersdom ja von innen sehr imposant sein soll, wollen wir uns heute an dieses ‚Projekt‘ wagen. Denn: es ist kostenlos dort hinein zu gehen und es wollen ihn viele sehen, praktisch alle Touristen, die sich gerade in Rom herumtreiben, vielleicht nicht alle heute, aber doch sehr viele, denk ich. Entsprechend wissen wir, kann es zu langen Wartezeiten kommen. Als wir dort am frühen Nachmittag ankommen, hat sich schon eine Riesenschlange gebildet. Wir stellen uns hinten an, in der Hoffnung, dass die Leute samt uns möglichst schnell in den Dom reingeschleust werden. Während wir da so stehen, überlegen wir uns schon, was wir uns außer dem Dom noch im Vatikan gerne ansehen wollen. Die Sixtinische Kapelle und die Vatikanischen Museen wären da noch Ideen, die wir hätten. In der Schlange kommen wir leidlich schnell voran, also man merkt wenigstens, dass es ab und zu weiter geht. Dann kommt die richtig kritische Endphase: alle diese Menschen müssen durch eine Sicherheitskontrolle, erst sind noch drei davon geöffnet, dann nur noch zwei dieser Nadelöhre. Es wird immer enger und wo man sich am Besten anstellt, sehen wir erst, als es schon zu spät ist. Bei uns in der Schlange geht praktisch nichts voran. Ein großes Spektrum an Gefühlen ist man da fähig zu durchlaufen, von Resignation, Genervtsein, Wut, Verzweiflung bis hin zu einer gewissen Heiterkeit und es ergeben sich nette Unterhaltungen mit Mitanstehern: wir stellen fest, es fehlen uns nur noch der Kaffee und der Kuchen zu unserem Glück. Nachdem wir endlich durch sind – es sind fast 2 Stunden vergangen – bin jedenfalls ich ein bisschen wie durch den Wolf gedreht, muss erst mal meine emotionale Lage sortieren (soll ich jetzt lachen oder weinen?), um dann das Ganze von mir abzuschütteln und mich endlich diesem gigantischen Bauwerk zu widmen. Wir gehen also hinein und ich würde sagen, die ganze Ansteherei war es wert. Alles in diesem Dom ist RIESIG!! Alles erscheint überdimensioniert. Auch die Marmorstatuen, eine schöner, als die andere, sind groß, also sehr groß! Der Eindrücke sind fast zu viele. Ein Teil im hinteren Abschnitt des Doms ist abgetrennt. 2 ‚Türsteher‘ bewachen einen kleinen Durchlass und Martin erkennt schnell, dass dort eine Messe abgehalten wird, so sagt er die richtige Losung: Nein, wir wollen nicht nur gucken, wir wollen an der Messe teilnehmen. Also dürfen wir durch und erleben eine Messe im Petersdom. Mit feinem Gesang ausgebildeter Stimmen in diesen hohen Hallen. Ganz still zu sein und zu lauschen für eine Weile ist eine Wonne, auch wenn wir kein Wort verstehen, oder gerade deshalb? Denn im Rest des Doms ist reges Treiben, zig Menschen, die kommen und gehen, staunen und fotografieren. Nach all dem Sehen und Hören und Wandeln durch diesen enormen Raum ist es uns beiden genug für heute an Eindrücken, gut, dass die sixtinische Kapelle und alle Museen mittlerweile geschlossen haben dürften. Heute fahren wir mit der Metro zurück bis zu der Station, die unserem Stellplatz am nächsten ist. Dort haben wir die Holda abgestellt. Bevor wir aber ‚heim‘ fahren, nehmen wir die Verlockung des ehrlichen italienischen Schnellimbisses an, der uns direkt an der Metrostation entgegenleuchtet. Lecker Patatine fritte und den Rotwein aus Plastikbechern: Genau das Richtige, um wieder ein Stück auf den Boden zu kommen nach all den entrückenden Erlebnissen des Tages.

M: Nach gut 2 Stunden Petersdom-Anstehen (gefühlt: min. 4 Stunden) kommt der letzte Streß-Test: Vor Personen- und Taschenscanner wird’s eng und enger. Von 10er-Reihen kanalisiert sich das Gemenge auf 3,2,1er Reihen und im Moment größter Not ist man dann auf einmal durch.
Hinter dem Scanner angelangt und wieder im Besitz meiner Körperfunktionen dachte ich, es sei ne nette Idee, mal das irrwitzige Gequetsche vor dem Scanner abzulichten. Upps – das haben die italienischen Polizistinnen an der Menschenschranke aber falsch verstanden! Sofort kommen 3 staatlich Uniformierte auf mich zu und wollen meine Kamera ausgehändigt haben, die geb‘ ich aber nicht her:( Böse Blicke, harsche Worte, so ganz versteh ich’s in dem Moment nicht (später schon;)). Jedenfalls bleibt eine Polizistin hartnäckig bei mir und will, dass ich zumindest ihr die Speicherkarte aushändige oder sofort lösche. Mach ich aber auch nicht – da ist noch zu viel drauf, was noch nicht auf das Notebook übertragen ist. Also soll ich ihr zumindest die Bilder zeigen und löschen, die ich zuletzt (hinter dem Scanner) aufgenommen habe. Jetzt versteh ich’s auch: Die dachten, ich hätte fotografiert, was die mit dem Scanner „sehen“ können, klar! Während die gute Frau mit mir rumzackert, geht’s an der Menschenschleuse nicht weiter, denn sie ist eigentlich die „Schleuserin“…. Dann kommt auch noch mal der Chef von det Janze und nöhlt abermals herum, was ich mir dabei überhaupt gedacht hätte…. Ähm: Nix! Denn: Was hat mich deren Scanner-Geheimnis interessiert? Null. Aber diese tolle Menschenquälerei und -quetscherei in dem Coral vor der Scanner,
die fand ich halt schon interessant und fotografierenswert. Sei’s drum. Übrigens wären durchaus bis zu 6 Schleusen aktivierbar gewesen, aber es waren eben nur 2 in Betrieb…

Im Vorfeld unseres Besuches hatte ich auch die Zauberformel für das Überwinden der Schweizergarde in Erfahrung gebracht, damit wir auch in den Vatikan reinkommen. Das soll so gehen: Den Schweizergardist ohne Hellebarde (das ist der Chef)  im Durchgang links am Dom auf Deutsch ansprechen und nach dem Deutschen Friedhof fragen. Den gibt es im Vatikan und angeblich wird man aufs richtige Stichwort dann dorthin geleitet. Hätte ich gern mal ausprobiert, aber nach stundenlangem Anstehen, dann überwältigender optischer Opulenz -hoch, groß, viel- und einem echten Live-Gottesdienst im Dom reicht’s. Völlig. Das Tages-Maximum an Eindrücken ist längst erreicht – also heute keine Vatikan-Innenansicht mehr …

Vatikan = UNESCO-Welterbe.

Unser letzter Rom-Tag, morgen geht’s weiter. Rom aber kommt für uns eindeutig in die Merke-Kiste.

Tag 171: Rom – gemeinsamer Spaziergang

B: Heute geht es mir wieder besser und wir wollen gemeinsam einen Spaziergang durch Rom machen, d.h. Orte anschauen, die wir gerne beide sehen wollen. Wir fahren mit der Holda in die Stadt bis zum Kolosseum und stellen sie dort ab. Heute ist wieder ein schöner sonniger Tag, aber es ist kalt geworden. Nach wie vor meinen wir, es reicht, das Kolosseum von außen zu sehen. Vorbei am Forum Romanum, geht es weiter bis zur Piazza Venezia. Denn da wollte ich doch noch unbedingt das Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II sehen, und das nicht nur von außen. Herrlich, die Italiener können Namen geben! Wer soll sich das merken? Das kann ich nicht mal schreiben, das muss ich in den Text reinkopieren! Schön ist es jedenfalls! Meine Begeisterung für pompöse Bauten kennt ja bald keine Grenzen mehr. Einen herrlichen Blick hat man von hier oben, wobei wir nicht in die oberste Etage fahren wollen, der kalte Wind ist einfach zu unangenehm. Dieser gigantische Bau wurde direkt an und vor eine zunächst unscheinbar wirkende Kirche drangeheftet: Basilica di Santa Maria in Aracoeli. Martin meint aber, er will mal reinschauen und was für eine Überraschung! Berührend schön ist sie, in jedem Fall ein Ohh und ein Ahh.  Wir verlassen die Piazza Venezia, um durch die Einkaufsstraße Via del Corso zu flanieren und machen einen Abstecher zum Palazzo Montecitorio, der Sitz der Abgeordnetenkammer des italienischen Parlaments ist. Martin will dann gerne noch den Trevi-Brunnen und die Spanische Treppe sehen. So führt unser Spaziergang uns dort hin und nachdem wir ganz oben von der Brüstung der Treppe aus runterschauen auf das Treiben und Leben unten am Brunnen vor der Treppe, suchen wir uns einen Weg wieder zurück zum Kolosseum, um mit der Holda den Heimweg anzutreten. Die Füße tun mir weh und ich bin erledigt, war vielleicht doch ein bisschen viel dafür, dass ich gestern noch malade war. Aber so schön war es!

M: Beim Verlassen von Il Monumento werden wir umgeleitet, der übliche Ausgang ist geschlossen. So kommen wir unversehens in den Keller des Museo del Risorgimento, in dem gerade eine Ausstellung „La Liberazione dei Campi Nazisti“ anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung der Konzentrationslager  zu sehen ist. Da wir uns beide in den vergangenen Tagen und Wochen mit dem Thema (viele TV-Dokumentationen) beschäftigt haben, ist uns diese Ausstellung sehr nahe. Und nein, wir sind beide nicht der Meinung, „dass jetzt langsam mal Schluss sein müsste“.

Wieder ein schöner Rom-Tag – vollgepackt mit Bildern und Eindrücken. Morgen noch einmal, dann reicht es mit Rom-Input fürs erste. Aber wir kommen bestimmt wieder! 

Auch für das historische Zentrum von Rom gilt natürlich: UNESCO-Welterbe.

Blöderweise fällt Holdas Navi bei der Rückfahrt gleich mitten in der City aus und ich ahne, dass ich mich ohne das Ding an mindestens einer Stelle verfransen werde. So kommt es auch:( Den Citystadtplan können wir als Hilfsmittel auch knicken, der hat nur das innere Zentrum drauf. Die eigene Orientierung versagt – zu viele Einbahnstraßen in die falschen Richtungen, wir entfernen uns nur immer weiter. Mithilfe nacheinander zugeschalteter Passanten (cool: Alle hier kennen nach kurzem Nachdenken die Via Casilina, dort müssen wir nämlich hin) und 2x Holda schieben (wg. verkehrt rum in Einbahnstraße rein) kommen wir irgendwann wieder auf die richtige Route und leicht entnervt „zuhause“ an.