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Tag 21: Von Wangen nach Chur

B: Nach meinem Besuch beim Finanzamt Wangen am Vormittag, sind wir froh wieder starten zu können. Unser erstes Ziel ist Chur, die älteste Stadt der Schweiz, im Kanton Graubünden. Wir bleiben bei einem Campingplatz in der Nähe eines Industriegebiets auf dem dazugehörigen Stellplatz stehen. Schön ist was anderes. Überhaupt ist Chur erst mal abschreckend. Hoffen wir, dass die hochgelobte Altstadt hält, was sie angeblich verspricht. Nachdem wir eingecheckt haben, radeln wir dorthin. Die Altstadt ist tatsächlich voller kleiner Gassen, eine hübscher als die andere. In einer ehemaligen bischöflichen Residenz essen wir zu Abend. Danach machen wir noch einen Spaziergang durch die Oberstadt mit ihren vielen Kirchen und dem zentralen Platz. Die Zeit dort scheint stehengeblieben zu sein.

M: Der Rhein direkt hinter dem Stellplatz ist toll – hier in Chur ist er zwar schon aus Vorderrhein und Hinterrhein zusammengeflossen, aber noch ist er „nur“ ein großer Gebirgsbach – mit hoher Fließgeschwindigkeit, prächtiger Farbe und schön kalt:) Und wenn auf unserem Platz in der Nacht gerade mal kein Auto zu hören ist, dann rauscht der Rhein so laut und mächtig, es ist eine wahre Pracht (schön wie Meeresrauschen, nur anders).

Abends, auf dem Rückweg mit den Rädern aus der Altstadt, fällt auf, dass es in Zukunft sinnvoll sein könnte, Brotkrumen auf den Weg zu streuen.

 

 

Tag 18-20: Wangen

B: V.a. Martin, aber auch ich, sitzen fast den ganzen Tag an der Steuererklärung. Nebenbei läuft die Waschmaschine. Die Nachbarn wundern sich, was wir denn da schon wieder machen.

Das Schöne ist (für manche von uns), dass jetzt auch noch mal ein Besuch im Baumarkt möglich ist. Das vorher noch eilig bestellte aufblasbare Paddelboot (Martin hatte am Lago d’Iseo Feuer gefangen 🙂 ) war auch schon da. Das, was von uns in der kurzen Zeit schon als überflüssig identifiziert wurde, bleibt zu Hause. Anderes, was wir vermisst haben, kommt jetzt mit.

Tag 1: Los geht’s!

B: Wir haben’s geschafft! Wir sind tatsächlich losgefahren!

Erster Stopp ist Marktoberdorf, wo Martin in einem Outdoorshop noch etwas hat zurücklegen lassen (als wären nicht schon seit Monaten nahezu täglich Paketzusteller bei uns ein und ausgegangen, um Unverzichtbares für die Reise zu bringen).

Noch einen kurzen Halt erlauben wir uns am Staffelsee, der liegt auf dem Weg unseres eigentlich ersten Zieles: Wasserburg am Inn.

Dort treffen wir uns mit Larissa und Georg, die schon seit 1,5 Jahren mit ihrem Mercedes Vario unterwegs sind. Sie hatten uns auf dem Familientreffen 2013 dazu inspiriert nicht bis zur Rente mit unserer Reise zu warten.

Wir treffen uns auf dem Parkplatz „Unter der Rampe“, auf dem wir auch übernachten werden und gehen dann in die Stadt gemeinsam was essen. Das Treffen mit den Beiden ist so nett, dass wir als letzte Gäste fast rausgekehrt werden müssen.

M:   Ja, es geht wirklich los, wow – aber auf einmal nach Osten?

Der Plan war doch klar: Von Wangen aus Richtung Süden, über die Alpen an die Oberitalienischen Seen, ca. 2 Wochen nur urlauben und dann so richtig loslegen: Europa voraus – nach links abbiegen … oder nach rechts ….

Nun, zuerst ergibt es sich so, dass wir Profis besuchen können, unsere Animateure Larissa und Georg eben. Und da die beiden gerade in Wasserburg sind (also fast um die Ecke, nur mal 260km auf der Landstraße…), brechen wir einfach mal auf.

Ganz seltsame Nummer: Da haben wir uns Wochen und Monate (mit ständigen Verzögerungen und unzähligen Hindernissen) darauf fixiert, diesen TAG 1 endlich mal greifbar zu bekommen – und nun sitzen wir im Klaus, fahren los und sind uns schnell einig darüber, es jetzt erst einmal nicht fassen und greifen zu können, dass wir nun tatsächlich mit diesem Camper-Ding EIN JAHR unterwegs sein werden. Also lautet unser schneller Beschluss, das Ganze erstmal als kleinen Urlaub zu verstehen, damit der Horizont nicht zu weit wird.

Völlig ungewohnt alles, wir haben noch Null Ahnung von unserem Camper (den schönen deutschen Ausdruck Wohnmobil –gerne auch neckisch „WoMo“ geliebkost- mögen wir beide schon mal nicht, den lassen wir aus) und auch vom Campen selbst fehlt uns jedweder Plan. Na prima – aber wir haben ja nun ein Jahr Zeit – auf geht’s 🙂