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Tag 80: Tschüß Mani, Fahrt bis Leonidio

B: Am Vormittag verabschieden wir uns von Eva und Michel und fahren dann bei herrlichem Sonnenschein weiter, lassen die Mani hinter uns. Wir sparen uns den ‚3. Finger‘ des Peloponnes und fahren weiter bis an die Ostküste Richtung Leonidio. So sind wir den ganzen Tag unterwegs, halten immer mal an, um die Landschaft zu sehen und/oder zu fotografieren. Einen Übernachtungsplatz suchen wir dann in Plaka, das der zu Leonidio gehörende Fischer- und Hafenort ist, wie ich jetzt von Wikipedia weiß. Auf dem ortseigenen Parkplatz sollen wir nicht übernachten, der CP des Ortes sieht völlig verlassen aus, also stellen wir uns an den Strand. Ein Rundgang durch den kleinen Ort führt, wie schon so oft, zu der Vermutung, dass es hier im Sommer sicher sehr schön ist. Der Strand IST schön. Ein paar junge Leute übernachten auch hier in PKW, Camper und altem Bus. Martin kocht und wir haben es gemütlich im Klaus.

M: Zum Abschied verwöhnt uns die Mani noch mit prima Fotomotiven: Kap Tenaro grüßt mit Sonne und gleich am nächsten Berg begrüßen uns einige bunte Schweinchen. Aus unterschiedlichen Gründen hätten Bettina und ich gerade mal Lust, eins von den süßen Dingern mitzunehmen:) Und hinter dem nächsten oder übernächsten Berg beobachtet uns noch ein großes Ziegendings mit Hörnern aus der Ferne – etwas skeptisch.

Auf unserem Weg kreuzen wir nochmals Gythia (Githio) und sehen bald darauf von der Küstenstraße aus noch einen prima Stellplatz – mit eigenem Fotomotiv „Schiffswrack am Strand“. Aber der Tag ist noch zu jung, also weiter.

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Tag 79: Kap Tenaro und Porto Kagio

M: Nach dem Streifzug durch das Wehrdorf Vathia fahren wir wieder Richtung Süden, bis es nicht mehr weitergeht.

Kap Tenaro stellt nicht nur den bisher südlichsten Punkt unserer Reise dar, sondern markiert damit ohne Frage und zwangsläufiger geografischer Notwendigkeit  einen Wendepunkt unserer Fahrt.

Das Kap ist nach dem spanischen Punta de Tarifa der zweit-südlichste Festlandspunkt Europas. Das Wetter dort passt bei unserer Ankunft gut zu dem Gedanken „Lands End“: Es ist windig und regnerisch, die Wellen peitschen aufs Land. Die Vegetation ist extrem karg, es wirkt grau und rau wie eine Mondatmosphäre. Jedenfalls macht die Landschaft schon klar, dass es hier nicht mehr weitergeht. Aber dass man sich am Mittelmeer aufhält, scheint nicht mehr glaubwürdig.

B: Hinweisschilder führen zum Death Oracle – in diesem kleinen Steingebäude scheinen Opfer dargebracht zu werden (nein, nein, nur Gegenstände – siehe Fotos). Den Hintergrund dieses Rituals konnte ich auch im Internet nicht herausfinden.

Bei der Suche nach einem guten Platz für die Nacht, finden wir einen Stellplatz in Port Kagio. Wir sind nicht die ersten mit dieser Idee. Die Schweden, die wir schon in Vathia getroffen haben, sind schon da. Port Kagio ist ein sehr überschaubarer Ort in einer geschützten Bucht. Die „Straße“ zum Parkplatz ist schlicht der Strand. Schnell kommen wir ins Gespräch mit den beiden Schweden und verabreden uns für 18 Uhr in einer der beiden offenen Tavernen. In der Dämmerung machen Martin und ich noch einen kleinen Gang auf ein Hügelchen mit Kirche und Leuchtturm (müsste ich jetzt eigentlich auch Kirchlein und Leuchttürmchen schreiben). Dann ist es schon Zeit für unser Date. Wir radebrechen uns zu viert mit englisch durch den ausgesprochen kurzweiligen und netten Abend. Ewa und Michel laden uns für nächsten Sommer zum Kanufahren nach Stockholm ein!

 

Tag 79: Vathia – das Wehrdorf

M: Unser heutiger Tag führt uns weg von der Gegend um Areopoli und weiter zum südlichen Teil der Mani

Bevor wir am Kap Tenaro, dem südlichsten Festlandzipfel Europas, ankommen, fahren wir auf unserem Weg durch die wilde Mani auch durch das Wehrdorf Vathia. So was kannten wir bisher nicht, aber es scheint eigentlich nur folgerichtig, dass bei dem gegenseitigen Belauern, das wohl in der Mani gang und gäbe war, als „Krönung“ auch solch ein ganzes Dorf in den Bergen entstand.

Im Dorf ist es wildromantisch, aber auch düster – und fast alle Häuser (Türme) scheinen leer zu sein. Keine Menschenseele begegnet uns bei unserem Streifzug durch alle Winkel des Ortes, nur aus einem Fenster ist griechisches Radio zu hören. Eine schwarze Katze begegnet uns, fertig. Aber beeindruckend war es schon in Vathia.

Auf der Straße durchs Dorf begrüßen wir erneut ein schwedisches Paar, das auch mit dem Camper unterwegs ist und mit dem wir uns heute beim aneinander vorbeifahren abwechseln. Nachdem die Frage in ihrem Sinne zufriedenstellend beantwortet ist, ob wir in D tatsächlich ab Januar 2015 die Maut einführen werden, fahren die beiden weiter. Wir werden sie noch häufiger treffen ….

Tag 78: Areopoli und Bucht von Dirou

B: Letzte Nacht hat es hier in der Bucht von Dirou geregnet. Es bleibt bedeckt, wir entscheiden uns trotzdem unsere geplante Wanderung  nach Areopoli zu machen. Meine Sorge, die Wanderung könnte zu lang für meine geplagten Sehnen werden, zerstreut sich relativ schnell. Der Weg ist nicht sehr weit, eine angenehme kleine Wanderung. Areopoli ist schön, die meisten Häuser sind in der Mani – Tradition steinig und wehrhaft gebaut. Diese Häuser haben einen ganz eigenen Charme, nahezu zeitlos sind manche über Jahrhunderte gut erhalten. Der Ort scheint im Sommer viele Touristen zu empfangen, entsprechend sind jetzt wieder etliche Cafés und Tavernen geschlossen, Herbstblätter fegen durch die Gassen. Wir kaufen ein paar Lebensmittel ein und erst am Ende unseres Rückwegs kommen wir in einen Regenguss, sodass wir doch noch klatschnass beim Klaus ankommen. Wir bleiben noch eine weitere Nacht an diesem schönen Platz.