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Tag 136: Reise nach Sizilien

B: Nach dem Aufwachen wundern wir uns noch mal, wie es sein kann, dass dieses Wohngebiet mit klasse Strand so voller Müll ist und machen uns dann nach dem Frühstück auf den Weg nach Villa San Giovanni, um die nächste Fähre nach Messina zu bekommen. Etwas nördlich davon sind wir am Nachmittag mit Larissa und Georg verabredet. Das mit der Fähre gestaltet sich etwas zäh, es ist stürmisch und ordentlicher Seegang, da müssen wir etwas länger warten, bis die nächste Fähre kommt, um uns überzusetzen. Dann endlich schaukeln wir über das Meer, der Klaus bleibt unten bei den LKW’s stehen, wir schwanken derweil auf dem Passagierdeck herum, um möglichst viel zu sehen. Wow, was für ein Seegang. Messina ist mit fast 250.000 Einwohnern schon eine große Stadt. Aber wir sind relativ schnell wieder ein Stück außerhalb und finden den Treffpunkt mit den beiden, die wir das letzte Mal vor über 4 Monaten gesehen haben. Schön ist es uns wiederzusehen. Wir quatschen erst eine Weile im Klaus, um dann später zusammen eine Pizza essen zu gehen. Klasse zu hören, was die beiden jetzt so vor haben und uns jetzt, wo wir ja auch schon ein bisschen Reiseerfahrung haben, auszutauschen.

M: An dem zum Festland gewandten Teil der Nordspitze Siziliens, Torre Faro (an der Meerenge von Messina), haben Larissa und Georg bei unserer Ankunft bereits Posten bezogen – aber etwas zurückversetzt vom angedachten Stellplatz direkt an der Meerenge, weil es den beiden dort zu stürmisch ist. Wir wechseln mit dem Klaus allerdings später an den Strand, unmittelbar unterhalb des denkmalgeschützten alten und sehr hohen Strommastes Pilone di Torre Faro, der -gemeinsam mit seinem Pendant auf Festlandseite- früher die Stromversorgung Siziliens mit dem Festlandsnetz verbunden hat. Lange Zeit waren diese beiden Masten die höchsten Freileitungsmasten der Welt.

Die Pizza schmeckt prima, die beiden Flaschen Wein bekommen wir  gemeinsam auch gut geleert und Larissas Gegenwart ist sehr praktisch – sie spricht halt fließend italienisch:). Mit den beiden haben wir eine gute Zeit und sind danach viel schlauer;) In der Nacht werden wir im Klaus wieder heftig umhergeschüttelt, aber das wollten wir ja nicht anders;)    

Tag 2: Wasserburg am Inn

B: Martin hatte heute Morgen einen Alptraum. Aus dem Schlaf ist er aufgesprungen (geht in unserem Bett nur mit Kopf anstoßen, aua) und meinte, er müsse unsere Fahrräder vor den Dieben schützen, die sich vermeintlich am Camper zu schaffen gemacht haben. Er hat nachgeschaut 🙂 die Räder waren tatsächlich noch da!

Wir versuchen das Chaos, das noch im Camper herrscht zu beseitigen – mit eher zweifelhaftem Erfolg.

Am Vormittag verabschieden wir uns von Larissa und Georg, nachdem wir den Vario noch von innen bestaunt haben (wirklich klasse). Martin und ich schauen uns dann in aller Ruhe Wasserburg an, ein erstaunlich sehenswertes Städtchen!

Später fahren wir weiter bis nach Garmisch-Partenkirchen. An der Wankbahn finden wir unseren ersten richtigen Camperstellplatz. Zig andere Camper stehen hier, für uns ist das alles noch neu.

M: Von wegen Alptraum – so unterschiedlich sind die Blickwinkel! Selbstverständlich war ich der Einzige, der die Diebe bemerkt hat. Und es war wohl nur meinem beherzten Einsatz -hauptsächlich einem Rumms mit dem Kopf an die Decke unseres „Schlafzimmers“ und lautem Geschrei- zu verdanken, dass da nichts Schlimmeres passiert ist – die waren in die Flucht geschlagen!   

 

 

Tag 1: Los geht’s!

B: Wir haben’s geschafft! Wir sind tatsächlich losgefahren!

Erster Stopp ist Marktoberdorf, wo Martin in einem Outdoorshop noch etwas hat zurücklegen lassen (als wären nicht schon seit Monaten nahezu täglich Paketzusteller bei uns ein und ausgegangen, um Unverzichtbares für die Reise zu bringen).

Noch einen kurzen Halt erlauben wir uns am Staffelsee, der liegt auf dem Weg unseres eigentlich ersten Zieles: Wasserburg am Inn.

Dort treffen wir uns mit Larissa und Georg, die schon seit 1,5 Jahren mit ihrem Mercedes Vario unterwegs sind. Sie hatten uns auf dem Familientreffen 2013 dazu inspiriert nicht bis zur Rente mit unserer Reise zu warten.

Wir treffen uns auf dem Parkplatz „Unter der Rampe“, auf dem wir auch übernachten werden und gehen dann in die Stadt gemeinsam was essen. Das Treffen mit den Beiden ist so nett, dass wir als letzte Gäste fast rausgekehrt werden müssen.

M:   Ja, es geht wirklich los, wow – aber auf einmal nach Osten?

Der Plan war doch klar: Von Wangen aus Richtung Süden, über die Alpen an die Oberitalienischen Seen, ca. 2 Wochen nur urlauben und dann so richtig loslegen: Europa voraus – nach links abbiegen … oder nach rechts ….

Nun, zuerst ergibt es sich so, dass wir Profis besuchen können, unsere Animateure Larissa und Georg eben. Und da die beiden gerade in Wasserburg sind (also fast um die Ecke, nur mal 260km auf der Landstraße…), brechen wir einfach mal auf.

Ganz seltsame Nummer: Da haben wir uns Wochen und Monate (mit ständigen Verzögerungen und unzähligen Hindernissen) darauf fixiert, diesen TAG 1 endlich mal greifbar zu bekommen – und nun sitzen wir im Klaus, fahren los und sind uns schnell einig darüber, es jetzt erst einmal nicht fassen und greifen zu können, dass wir nun tatsächlich mit diesem Camper-Ding EIN JAHR unterwegs sein werden. Also lautet unser schneller Beschluss, das Ganze erstmal als kleinen Urlaub zu verstehen, damit der Horizont nicht zu weit wird.

Völlig ungewohnt alles, wir haben noch Null Ahnung von unserem Camper (den schönen deutschen Ausdruck Wohnmobil –gerne auch neckisch „WoMo“ geliebkost- mögen wir beide schon mal nicht, den lassen wir aus) und auch vom Campen selbst fehlt uns jedweder Plan. Na prima – aber wir haben ja nun ein Jahr Zeit – auf geht’s 🙂