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Tag 31-33: Reisealltag & Wasser von oben

B: Weiterhin in Lido di Jesolo, am Wohnmobilstellplatz. Martin nutzt das gute Internet am Platz, um zu arbeiten. Wir liegen am Strand, wenn das Wetter schön ist (ist es), und schauen dabei besser in Richtung Meer. Markt ist in Jesolo. Da kaufen wir viel zu viel ein, was einfach Spaß macht, unter anderem eine Mütze für mich und  „wolle-scharf?“ in solcher Menge, dass es uns sicher mindestens den Rest der Reise begleiten wird.

M: – Nachtrag: Leider stellt sich viel später heraus, dass unser „wolle-scharf?“ Bewohner beherbergt – unglaublich, wie die sich darin halten können…. also nix mit Dauervorrat.

Wasser von oben: Rasch vom Platzbetreiber eine Leiter geliehen und aufs Dach unseres Klaus geschaut, denn mittlerweile ist klar: Alles Schlechte kommt von ganz oben….
Bereits 2 Wochen vor unserem Start hat sich nach einem heftigen Allgäuer Regentag Wasser im Innenraum bemerkbar gemacht. Da Klaus ohnehin noch zu einen Termin beim lokalen KNAUS-Partner (OWANDNER in Leutkirch) bestellt war, haben wir das gleich dort mit angegeben. Bei Abholung wurde uns erklärt, dass man davon ausgehe, dass der Wassereintritt durch die Lüftungsöffnungen des Kühlschranks bei seitlichem Schlagregen zu erklären sie. Das klang plausibel, war es dann aber leider nicht. Bereits am Tag vor unserer Abfahrt war wieder eine Pfütze am Boden, diesmal kam der Regen definitiv nicht waagerecht herunter….. 
Trotz immer mal wieder prasselnden Regens gab es in den ersten Tagen und Wochen keine  Probleme, jedenfalls nicht in der Art, dass sie Bedenken verursacht hätten. Spätestens aber im Dauerregen am Comer See galt es, im ganzen Bad das Wasser von oben einzusammeln. Am Ende hatten wir mehrere Schüsseln aufgestellt und im Baldachin des Bades alle Einbauspots und die sonstige dortige Verkabelung freigelegt, damit es zumindest nicht zu einem Kurzschluss kommen konnte. Dabei hat sich herausgestellt, dass dort Kabel verlegt sind, die da eigentlich nichts verloren haben, zuvorderst ein Sat-Kabel, das mehrere Meter lang mit einem losen Ende zusammengeknäult in den Hohlraum zwischen Baldachin und Dachhaut hineingestopft war.  Woher das Kabel kam, war erst mal nicht ersichtlich, erst der Dachbesuch über die Leiter in Jesolo brachte dann Erkenntnisse.

Unglaublich, aber wahr: Dieser unsägliche Mensch beim verkaufenden KNAUS-Händler nahe München (dessen Namen spare ich mir hier), der sich uns als Werkstattmeister vorstellte und schon bei der von ihm durchgeführten Fahrzeug-Übergabe ein vor allem großmäuliges Bild bei uns hinterließ, hat es doch tatsächlich (nach dem ganzen Stromverbraucherdilemma und dem damit verbundenen Aufwand und Ärger) ein weiteres Mal geschafft, eine dermaßen schlechte und unfachmännische Arbeit abzuliefern, dass für uns wiederum etliche Tage durch ihn versaut wurden. Nachdem zu sehen war, dass dieser Kerl es tatsächlich fertiggebracht hatte,  einen Durchbruch für ein zweites Antennenkabel einfach mal auf blöd durch den auf dem Dach verlaufenden Kabelkanal direkt nach unten ins Bad vorzunehmen und dann lediglich Kabel und Bohrung mit Dichtmasse vollzuschmieren, war zu ahnen, woher „unser“ Wasser von oben kam.
Um diese Arbeit (Durchführungen im Dach) zuverlässig auszuführen, verwendet man grundsätzlich für diesen Zweck vorgesehene Durchführungsdosen, deren Existenz auch unserem „Fachmann“ durchaus geläufig ist, denn im vorderen Durchführungsbereich hat er eine solche tatsächlich verwendet ….

Das ist ne Sache, die mich heftig ärgert: Wenn jemand seine Arbeit, für die er sich als Fachmann ausgibt, schlecht bis ignorant ausführt und andere dann Spaß mit den Folgen haben. … und sich dann noch als toller Kerl verkaufen will.

Anyway. Nachdem ich das ohnehin sinnlose Kabel (für einen zweiten, optionalen TV-Anschluss im Heck, den wir gar nicht bestellt hatten) freigelegt, mit Zorn herausgezerrt und die Dichtmasse ausgeschnitten hatte, war alles sonnenklar. Am Dichtpropfen zeigte sich deutlich der Bereich, wo das Wasser sich seinen Weg durch das Dach bahnen konnte. Eine erste Dachabdichtung brachte uns in den folgenden Wochen dann immerhin soviel Entspannung, dass auch starker Regen keine Überschwemmung mehr verursachte. Endgültigen Erfolg erbrachte dann eine größere OP, die allerdings erst in Griechenland erfolgte.     

Der Genesung von meiner leichten bis mittelschweren Handwerkermanie ist die ganze Nummer natürlich nicht unbedingt zuträglich… 

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Tag 28: Die Geisterstadt

B: Jesolo im Winterhalbjahr – erschütternd bis verstörend. Tote Betonbunker dezikilometerlang aneinandergereiht, und ich radelnd zwischen geschlossenen Läden und vergitterten Türen. Irgendwann taucht er auf, der gesuchte Supermarkt – der, der geöffnet hat. Das einzig Schöne hier ist der lange breite Sandstrand, wenn man den Kopf beim Radeln Richtung Meer dreht. Und das Beste hier am Platz ist der Internetempfang. Aber wir wollen ja nach Venedig!

M: Lido di Jesolo? Wie Bettina schon schrieb: Eine Geisterstadt im Oktober. Alles wird verbrettert und vernagelt und eingepackt: Die Strände, Pools, Palmen, Hotels, Kneipen, Shops, einfach alles …. Wenigstens haben wir 20 km allerbesten Sandstrand fast für uns allein:)

Und von dieser Betonwüste haben all unsere Kameras dann auch folgerichtig kein einziges Bild gemacht…

Tag 27: Bergamo

B+M: Besichtigung der Stadt Bergamo und vor allem der höhergelegenen Città Alta mit ihren kleinen Gassen, Cafés, hübschen Plätzen, dem Dom, der Kirche Santa Maria Maggiore und sonstigen Prunkbauten – unbedingt sehenswert! Die Spezialität ist eine Art Polentapraline – sehr süß und sehr lecker („Polenta e Osei“) .

M: Ganz herrlich ist auch, dass hier -am Sonnntagnachmittag- Leben in der Stadt ist, dass die Geschäfte geöffnet haben (auch die fetten Supermärkte vor der Stadt!), die Restaurants gut besucht sind und so gar keine herbstliche Tristesse bei den Bergamaskern vorherrscht:)

Und hatten wir schon erwähnt, dass die Italienerinnen (mal so ganz pauschal gesagt) wirklich oft ganz schön schick sind? Da ist echt was dran an dem Klischee – das war schon in Iseo zu merken und ist es hier -nahe Mailand- erst recht.     

B: Meine Achillessehnen haben beim Runterlaufen wieder Probleme gemacht. Überhaupt sind meine Sehnen und Gelenke, seit ich am Lago d’Iseo geradelt, gewandert, geschwommen bin, oft wieder unangenehm spürbar oder schmerzhaft (Ciprofloxacin-nachwirkungen – nicht empfehlenswert!).

B+M: Wir fahren noch am gleichen Tag weiter bis Jesolo, dort soll noch ein Camperstellplatz ganzjährig geöffnet haben, wir wollen von da aus Venedig besichtigen. Manche von uns schlafen, andere „genießen“ die seltsame Fahrt auf der italienischen Autostrada 4 mit exakt 130 km/h und 250 km immer geradeaus.