Tag 3: Über die Alpen

B: Da wir gestern im Dunkeln ankamen, sehen wir erst heute die gigantische Aussicht auf das Wettersteingebirge. Und das bei hellstem Sonnenschein.

Wir üben die Ver- und Entsorgungen (sauberes Wasser rein, dreckiges Wasser raus, etc.) des Campers.

Heute soll es über die Alpen gehen, Ziel ist Meran. So schön das Wetter gerade in Deutschland ist, das hält uns nicht auf. Über den Fernpass bis hoch zum Timmelsjoch, das auf 2509m liegt (bisschen Abenteuer muss schon sein), überqueren wir den Pass: ich wie so oft auf dem Beifahrersitz mehr schlafend als wach, Martin in dickstem Nebel tapfer eine Kehre nach der anderen nehmend.

Es ist so, wie es nicht sein sollte. Vor den Alpen (aus deutscher Sicht) schönstes Wetter, dahinter Wolken und Regen. An der Talstation der Seilbahn ‚Meran 2000‘ finden wir einen kostenlosen Stellplatz. Wäre das Wetter schön, hätten wir von da aus einen gigantischen Blick über Meran. Aber wie das halt so ist mit dem ‚wäre‘ und ‚hätte‘.

Jetzt, wo es aufgehört hat zu regnen, geht es noch mit dem Moped in die Stadt. Wir gehen einkaufen und nachdem wir ein bisschen die Stadt angeschaut haben etwas Essen. Sehr lecker (ich Schlutzkrapfen (mmh), Martin Rotweinrisotto (genauso mmh)), wir sind ja schließlich in Südtirol. Noch sitzen wir draußen, aber es wird schon frisch.

M: Glück gehabt! Nach dem fiesen Wetter abends eine kleine Klassik-Konzerteröffnung vor dem Meraner Kurhaus und dann prima essen in der Altstadt.

Vorher am Tag eine heftige Tour ab Garmisch-Partenkirchen, in Österreich hinter der Zugspitze entlang (seinerzeit muss Deutschland nach Ö. gerufen haben: „gebt uns wenigstens einen hohen Berg, ihr habt eh genug davon“), durch ein herrliches, puppenstubenhaftes Gebirgsplateau (Ehrwald), über den Fernpass, an Sölden vorbei und  hoch aufs Timmelsjoch.  Wär doch gelacht – früher immer mit Claus (dem echten) und den Mopeds die Alpenpässe hoch und runter, da wird der Klaus (unser Camper) das wohl auch schaffen, oder? Er ächzt und stöhnt, aber aufzuhalten isser nicht. Nur schade, dass es mit jedem Höhenmeter dunkler und dunkler wird,  da is nix mit tollem Weitblick oben auf dem Pass. Im Gegenteil, es wird neblig und so heftig, dass 20 km/h und 20 m Sicht  Maximum sind ….. und erstmal bleiben ….. Aber auf der italienischen Seite haben die beim Passstraßenbau mal eindeutig mehr Spaß gehabt als die Österreicher:) Die Straße wird schlagartig 2 Kategorien schlechter, die Kehren verdoppeln sich und es nimmt kein Ende mit den Kurven bergab – schließlich gilt es, von 2500m auf unter 300m abzusteigen. Am Anfang noch ganz vorsichtig in dichtem Nebel, mit dem schweren Brocken Klaus -der sich nur alles andere als behände bewegen lässt-  wird die Fahrt  nach unten immer spannender und schneller und lustiger und irgendwann komm‘ ich mir vor, als würd‘ ich ein schickes Sportcoupe um die Ecken zirkeln:).

Nach gefühlt 3000 Kurven, angekommen in Meran, sind wir auch schnell wieder raus, weil der angepeilte Stellplatz ja ganz weit draußen und recht weit oben liegt (Meran2000). Nun schlägt zum ersten Mal die Stunde der HOLDA!  Raus aus der Heckgarage, Helme auf und los geht’s. Mit unserem 125er-HONDA-Roller geht’s zackig runter ins Tal und: s.o.
Wenn das immer so gut klappt mit der Holda, dann war das auf jeden Fall eine gute Idee, unseren Klaus so zu kaufen, dass wir den Roller einfach hinten rein packen können.

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