Tag 198: Èze Village

B: Wir beschließen morgen weiter zu reisen, heute wollen wir noch ein bisschen am Strand liegen und dann das Örtchen Èze Village anschauen. Barbara und Klaus, die deutschen Australier, hatten uns erzählt, es soll sehenswert sein. Jetzt sind wir ja ohnehin schon in der Gegend, da nehmen wir das doch noch mit. Aber erst mal Strand. Sonnen und lesen. Dann noch bisschen internetten. Und dann steigen wir irgendwann auf die Holda, die uns zu dem auf 430m Höhe gelegenen Örtchen bringt. Zunächst sehen wir nur, dass der Ort touristisch gut erschlossen ist. Großer Parkplatz, Touristinfo gleich daneben, viele Leute, die kommen und gehen. Der eigentlich sehenswerte Teil des Ortes beginnt ein paar Meter oberhalb des Parkplatzes mit einem Stadttor, wie es sich für mittelalterliche Städte gehört. Und der Ort ist mittelalterlich, es scheint an den Bauten innerhalb der Stadtmauer seit hunderten von Jahren, zumindest von außen, kaum was verändert worden zu sein. Das macht ihn wirklich außergewöhnlich: die Gassen eng, klein, verwinkelt, die Häuser alle aus dem gleichen Stein krumm und schief hingestellt, und das Ganze hoch über dem Meer. Das etwas Enttäuschende daran ist, dass es offensichtlich touristisch wirklich bis zum Äußersten ausgeschlachtet wurde. In sehr vielen der alten Häuser befinden sich Restaurants oder Souvenirläden aller Art, sowie Galerien, die mehr oder weniger gekonnte Kunst anbieten.
Es gibt 3 Stellen, von denen aus man einen gigantischen Blick über das Meer hätte. Hätte, wenn man entweder in einem der beiden sehr gediegenen Hotels, die sie in die alten Mauern durchaus gekonnt reingebaut haben, absteigen würde oder Eintritt für den botanischen Garten zahlen würde. Das mit dem botanischen Garten würden wir ja machen wollen, aber der ist schon wieder zu, als wir kommen – o.k. ich weiß, der übliche Augenroller bei uns. Aber bis dahin hat meine Phantasie nicht gereicht, dass man am helllichten Tag da nicht hin kann, wo es am Schönsten ist, nur weil für das Gucken Geld bezahlt werden soll und der Kassierer schon heimgegangen ist. Erst als Martin auf dem Stadtplan erkennt, dass es vom Friedhof aus doch den Blick über das Meer geben müsste, bekommen wir, was wir wollen. An der Kirche vorbei gehen wir dorthin und sehen die Weite, das Meer, die schöne Landschaft drum herum.

 

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