Tag 192: Sanremo

BSanremo ist toll! Wir fahren mit der Holda von unserem Stellplatz aus in die Stadt und finden die Touristinformation dann doch nach einiger Zeit. Wie es in solchen Städten üblich ist, drückt uns die Dame dort einen Stadtplan in die Hand, streicht uns darauf treffsicher an, was an einem Tag sinnvoll ist anzuschauen und sagt uns gleich noch die passende Reihenfolge der Sehenswürdigkeiten dazu. Und genau so machen wir es, wir arbeiten quasi den Plan ab 🙂 Als erstes sehen wir die Russisch Orthodoxe Kirche, sie öffnet genau dann, als wir da ankommen, nämlich um 15 Uhr. Endlich öffnet mal was um 15 Uhr und schließt nicht schon wieder 😉 Die Kirche ist klein und schön in ihrer Einfachheit. Ich muss an meine russische Oma denken und meine Tante Karin, die dieses Jahr gestorben ist und zünde für die beiden dort eine Kerze an. Wir nehmen uns noch einen Moment Zeit dort zu sitzen. Dann geht’s weiter vorbei an dem großartigen Casino in die Altstadt von Sanremo. La Pigna – das Herz der Stadt! Hier sind die Gassen wirklich verwinkelt, sie gehen treppauf, treppab, Durchgänge durchstreifen wir, bis wir immer weiter die Treppen aufwärts klettern, durch einen kleinen Park kommen, um am Ende ganz oben am Hang zu landen, wo das größte Heiligtum der Stadt, die Kirche Santuario della Madonna della Costa steht. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick über die Stadt. Die Sonne steht noch immer warm am Himmel, als wir durch die Gassen von La Pigna wieder hinuntergehen – diesmal bis zum Hafen. Martin hat uns ein kleines, nettes Restaurant ausgesucht, in dem wir heute unseren letzten Abend in Italien feiern. Und das Essen ist wirklich ein Fest! Wir werden bestens bedient und haben einen wunderschönen Abend.

M: Die Sache mit dem netten Restaurant werd‘ ich jetzt wohl öfter mal genau so handhaben: Internet an, Tripadvisor, Restaurant in …. suchen und dann gibt es da ein Ranking, z.B. „256 Restaurants in Sanremo“. Einfach das Beste (oder  Zweitbeste oder so) raussuchen, reservieren und später: Genießen:)
Hier war es die TAVERNA AL 29 – ein ganz kleines Restaurant, 9 Tische, mit Slow-Food Focus, Reservierung dringend erforderlich, jeder Tisch wird am Abend offenbar nur einmal belegt und die Mama in der Küche entscheidet, ob sie noch Kapazitäten frei hat. Wir hatten es auf gut Glück kurz vor der Öffnung um 20:00 probiert, es war noch zu, der Wirt aber da und nach einem Ruf in die Küche (zur Chefin;)) gab es ein großzügiges Ok. Wir waren dann fast die ersten, aber alle andere Tische füllten sich schnell, nur Reservierungen, die Eingangstür bleibt zu und öffnet nur per Klingel. Nach uns sind alle Anderen ohne Reservierung mit großem Bedauern abgewiesen worden. Und was sind wir dann wunderbar bewirtet worden: Mit ligurischer Küche vom Feinsten, aufmerksamster Chefbedienung und Erläuterungen zu Speis und Trank, einem prachtvollen Vorspeisenteller (Le tre ciotole della taverna), einem unverlangten -aber umso mehr zelebrierten- Aperitif aus am Tisch zusammengeführtem Sekt und einem frischherben Sirup „von da“. Eine Flasche primaguten Rosé. Tischwasser umsonst. Der Hauptgang: Pulpo Arosto – geröstet und dann ganz laaangsam im Weißwein mit Rosmarin geköchelt und Rote Beete-Püree dazu. Hm! Und Bettinas Special of the day: Von Mama gemachte Gnocchi, umgeben von kleinen Fischstücken und einer frischen grünen Soße – toll! Klar, noch ein Eis hinterher und einen wiederum spendierten und hausgemachten Likör zum guten Ausklang obendrauf – was für ein schöner Abend mit Essen (und teuer war’s auch nicht!). 

Sanremo, die Hauptstadt der „Blumenriviera“ mit ihrem milden und ausgeglichenen Klima, wird immer noch von dem Attribut „mondän“ begleitet, aber das ist eher Historie. Klar gibt es das bekannte Casino der Stadt und viele steinerne Zeitzeugen aus der Zeit, als Kaiser und Zaren während der Belle Epoque Sanremo zu ihrem eleganten Kurort machten. Heute ist Sanremo quirlig und touristisch, schön und sehenswert, auf jeden Fall einen Besuch wert! 

Schaut Euch mal die Bilder von Sanremos Altstadt an: Diese „Kasbah“ ist wirklich (selbst für uns Europa-„Weitgereiste“:)) eine neue Erfahrung, denn die Gassen (nicht fahrzeuggeeignet)  führen -Hang hoch und runter- immer wieder durch die Häuser selbst hindurch, alles ist dicht an dicht gebaut. Hier gab und gibt es unendlich viele Stellen, an denen die früheren Bewohner taugliche Sperren und Hindernisse für die Piraten platzieren konnten, so dass die marodierenden und plündern wollenden dunklen Herrschaften der Meere sicher schnell die Lust verloren und zum nächsten Ort weitersegelten. Famos:)  


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