Archiv der Kategorie: Deutschland

Tag 18-20: Wangen

B: V.a. Martin, aber auch ich, sitzen fast den ganzen Tag an der Steuererklärung. Nebenbei läuft die Waschmaschine. Die Nachbarn wundern sich, was wir denn da schon wieder machen.

Das Schöne ist (für manche von uns), dass jetzt auch noch mal ein Besuch im Baumarkt möglich ist. Das vorher noch eilig bestellte aufblasbare Paddelboot (Martin hatte am Lago d’Iseo Feuer gefangen 🙂 ) war auch schon da. Das, was von uns in der kurzen Zeit schon als überflüssig identifiziert wurde, bleibt zu Hause. Anderes, was wir vermisst haben, kommt jetzt mit.

Tag 17: nochmal heimwärts

B: Wir fahren nach Hause. Bei Sonnenschein ziehen schönste Landschaften an uns vorbei. Diesmal ist bei der Überquerung der Alpen der Bernardino der Pass unserer Wahl, auch wenn ich schon wieder einschlafe, ich liebe diese Strecke!

Sehr ärgerlich ist, dass uns die Campingplatzbesitzerin die Rechnung falsch gestellt hat. Sie hat uns Dinge berechnet, die wir so nicht beansprucht hatten. Ich ärgere mich mit ihr herum, kann aber am Ende wenig tun, außer ihr schlechte Bewertungen im Internet zu geben, was ich später auch mache. Zu einer Jahreszeit, in der andere großzügig Prozente geben, macht sie genau das Gegenteil. Ob ihr das auf lange Sicht gut tut?

 

 M: Nun ist unsere (so nicht gewünschte!) Start-Einschränkung der ein-Jahr-Europa-Vision leider Realität geworden – wir müssen erstmal zurück:(
Aber das hat auch gesunde Seiten: Zum Glück sind wir noch nicht sooo weit von zuhause weg – in nur einem Tag geht’s zurück, diesmal mit viel Autobahn (wobei die in der Schweiz auch gerne einspurig und mit 80km/h versehen ist…) und über den „Flanier“-Pass und -Tunnel San Bernardino, der die Ostschweiz und das Tessin verbindet.
Außerdem lässt sich bei dieser unfreiwilligen Reiseunterbrechung zuhause noch so einiges am Klaus nachbessern, nach- und aufrüsten….. Schlauchboot und Angelzeug muss auch noch mit …

Worüber wir uns aber bei der Rückfahrt Gedanken machen: Wie sag ich’s meinem Nachbarn? Tarnkappe wäre gut, sonst sind wir aller Lästereien sicher;) 

Tag 3: Über die Alpen

B: Da wir gestern im Dunkeln ankamen, sehen wir erst heute die gigantische Aussicht auf das Wettersteingebirge. Und das bei hellstem Sonnenschein.

Wir üben die Ver- und Entsorgungen (sauberes Wasser rein, dreckiges Wasser raus, etc.) des Campers.

Heute soll es über die Alpen gehen, Ziel ist Meran. So schön das Wetter gerade in Deutschland ist, das hält uns nicht auf. Über den Fernpass bis hoch zum Timmelsjoch, das auf 2509m liegt (bisschen Abenteuer muss schon sein), überqueren wir den Pass: ich wie so oft auf dem Beifahrersitz mehr schlafend als wach, Martin in dickstem Nebel tapfer eine Kehre nach der anderen nehmend.

Es ist so, wie es nicht sein sollte. Vor den Alpen (aus deutscher Sicht) schönstes Wetter, dahinter Wolken und Regen. An der Talstation der Seilbahn ‚Meran 2000‘ finden wir einen kostenlosen Stellplatz. Wäre das Wetter schön, hätten wir von da aus einen gigantischen Blick über Meran. Aber wie das halt so ist mit dem ‚wäre‘ und ‚hätte‘.

Jetzt, wo es aufgehört hat zu regnen, geht es noch mit dem Moped in die Stadt. Wir gehen einkaufen und nachdem wir ein bisschen die Stadt angeschaut haben etwas Essen. Sehr lecker (ich Schlutzkrapfen (mmh), Martin Rotweinrisotto (genauso mmh)), wir sind ja schließlich in Südtirol. Noch sitzen wir draußen, aber es wird schon frisch.

M: Glück gehabt! Nach dem fiesen Wetter abends eine kleine Klassik-Konzerteröffnung vor dem Meraner Kurhaus und dann prima essen in der Altstadt.

Vorher am Tag eine heftige Tour ab Garmisch-Partenkirchen, in Österreich hinter der Zugspitze entlang (seinerzeit muss Deutschland nach Ö. gerufen haben: „gebt uns wenigstens einen hohen Berg, ihr habt eh genug davon“), durch ein herrliches, puppenstubenhaftes Gebirgsplateau (Ehrwald), über den Fernpass, an Sölden vorbei und  hoch aufs Timmelsjoch.  Wär doch gelacht – früher immer mit Claus (dem echten) und den Mopeds die Alpenpässe hoch und runter, da wird der Klaus (unser Camper) das wohl auch schaffen, oder? Er ächzt und stöhnt, aber aufzuhalten isser nicht. Nur schade, dass es mit jedem Höhenmeter dunkler und dunkler wird,  da is nix mit tollem Weitblick oben auf dem Pass. Im Gegenteil, es wird neblig und so heftig, dass 20 km/h und 20 m Sicht  Maximum sind ….. und erstmal bleiben ….. Aber auf der italienischen Seite haben die beim Passstraßenbau mal eindeutig mehr Spaß gehabt als die Österreicher:) Die Straße wird schlagartig 2 Kategorien schlechter, die Kehren verdoppeln sich und es nimmt kein Ende mit den Kurven bergab – schließlich gilt es, von 2500m auf unter 300m abzusteigen. Am Anfang noch ganz vorsichtig in dichtem Nebel, mit dem schweren Brocken Klaus -der sich nur alles andere als behände bewegen lässt-  wird die Fahrt  nach unten immer spannender und schneller und lustiger und irgendwann komm‘ ich mir vor, als würd‘ ich ein schickes Sportcoupe um die Ecken zirkeln:).

Nach gefühlt 3000 Kurven, angekommen in Meran, sind wir auch schnell wieder raus, weil der angepeilte Stellplatz ja ganz weit draußen und recht weit oben liegt (Meran2000). Nun schlägt zum ersten Mal die Stunde der HOLDA!  Raus aus der Heckgarage, Helme auf und los geht’s. Mit unserem 125er-HONDA-Roller geht’s zackig runter ins Tal und: s.o.
Wenn das immer so gut klappt mit der Holda, dann war das auf jeden Fall eine gute Idee, unseren Klaus so zu kaufen, dass wir den Roller einfach hinten rein packen können.

Tag 2: Wasserburg am Inn

B: Martin hatte heute Morgen einen Alptraum. Aus dem Schlaf ist er aufgesprungen (geht in unserem Bett nur mit Kopf anstoßen, aua) und meinte, er müsse unsere Fahrräder vor den Dieben schützen, die sich vermeintlich am Camper zu schaffen gemacht haben. Er hat nachgeschaut 🙂 die Räder waren tatsächlich noch da!

Wir versuchen das Chaos, das noch im Camper herrscht zu beseitigen – mit eher zweifelhaftem Erfolg.

Am Vormittag verabschieden wir uns von Larissa und Georg, nachdem wir den Vario noch von innen bestaunt haben (wirklich klasse). Martin und ich schauen uns dann in aller Ruhe Wasserburg an, ein erstaunlich sehenswertes Städtchen!

Später fahren wir weiter bis nach Garmisch-Partenkirchen. An der Wankbahn finden wir unseren ersten richtigen Camperstellplatz. Zig andere Camper stehen hier, für uns ist das alles noch neu.

M: Von wegen Alptraum – so unterschiedlich sind die Blickwinkel! Selbstverständlich war ich der Einzige, der die Diebe bemerkt hat. Und es war wohl nur meinem beherzten Einsatz -hauptsächlich einem Rumms mit dem Kopf an die Decke unseres „Schlafzimmers“ und lautem Geschrei- zu verdanken, dass da nichts Schlimmeres passiert ist – die waren in die Flucht geschlagen!